…über mich und meine Ausrüstung

Astrotag GH 12

Schon seit meiner Kindheit bestaunte ich den Himmel, die Sternbilder und den Mond mit dem Fernglas. Seit 2009 betreibe ich das „nachtaktive Hobby“ intensiv und nutze jede Gelegenheit am Teleskop, wenn der Himmel sternenklar ist. Die Astronomie bietet Ruhe und Entspannung vom ereignisreichen Alltag. Die unvorstellbare Größe und die Entfernungen im All lassen mich immer etwas ehrfürchtig vor unserer Schöpfung werden. Aus der Beobachtung und Freude an den Objekten schöpfe ich viel Kraft und positive Energie!! Dazu bedarf es gar nicht so viel!

Auch mit kleiner Öffnung kann man große Freude haben. Zum Beispiel mit dem 115mm TMB…was 2018 von Bob King, einem bekannten amerikanischen Hobbyastronomen, in seinem Buch

„Wonders of the night sky / you must see before you die“ dokumentiert wurde!

Im Spätjahr 2017 wurde ich völlig überraschend von ihm aus den USA angeschrieben. Er fragte an, ob er eine Saturnzeichnung verwenden dürfe. Bob ist Autor eines Blogs bei „Sky and Teleskope“ (Astro Bob) und veröffentlicht dort seine Berichte. Daneben schreibt er auch astronomische Bücher zu unterschiedlichen Themen.

So hat er meinen gezeichneten Saturn von 2013 ausgewählt, den er im Internet entdeckt hat. Dieser ist hier auch in er Galerie zu sehen. Das Buch ist im Mai 2018 erschienen. Auf die Veröffentlichung bin ich wirklich stolz. Steht doch meine Zeichnung neben Beiträgen und Bildern von Astro-Größen wie Thierry Legault, Yuri Beletsky, Damian Peach oder Jeremy Perez.

 

Welches Teleskop ist das richtige?

Die Antwort kann nur heißen: „Das Teleskop, das abends zum Einsatz kommt!“ 😉

100_5685Bis ich mein erstes Teleskop besaß, habe ich über viele Jahre Erfahrungen mit dem bloßen Auge gesammelt und war schon als Junge mit dem 8×30 Fernglas am Himmel unterwegs…die ersten Sternbilder…unser Mond…die Andromeda Galaxie…helle Sternhaufen und der Halleysche Komet 1986…ich erinnere mich gerne daran. Anfang der 90er konnte ich bei einem Bekannten einen Blick durch ein Meade SC 10″ werfen. Der Anblick des Saturns mit seinem Ringsystem blieb mir bis zum heutigen Tag in guter Erinnerung. Der Preis des Teleskops ebenso…

8″Newton auf MON2 mein erstes Teleskop. Hier schwingungsärmer auf einem stabilen Holzstativ montiert.

Es war mir klar, dass ich eine ganze Weile sparen musste, um ähnliche Eindrücke zu erleben.  Der Komet Hale Bopp im Jahre 1997, Mondfinsternisse und die Sonnenfinsternis 1999 bleiben unvergessliche Wegstationen neben Studium, Beruf, Familie und Hausbau.

2008 wurde dann mit einem 8″ f5 Newton, der auf einer Äquatorialen Montierung (MON2 von Bresser) Platz nahm, der erste Schritt gewagt. Ein gutes Jahr tobte ich mich damit am Nachthimmel aus, wusste aber bald, dass etwas solideres, quasi eine Endlösung her musste, da die Montierung mit ihrem Stahlstativ mit dem Newton an ihre Stabilitätsgrenzen stieß.

2009 konnte ich mir dann meinen Traum mit einem Meade 10″ ACF SC auf einer Vixen SXD Montierung dank sehr guter Beratung durch Ralf Mündlein erfüllen. Abgerundet wurde diese Anschaffung mit  ESCAP Schrittmotoren und der FS 2 Steuerung welche die Montierung sicher zum Ziel am Himmel führen. Als Stativ wurde das Berlebach Planet gewählt. Mit dieser Kombi, die auf Mobilität ausgelegt ist, bin ich bis heute leidenschaftlich unterwegs.

Auch wenn die FS2 mittlerweile schon als „in die Jahre gekommen“ bezeichnet wird, bin ich von der Robustheit und der Wintertauglichkeit überzeugt. Sie leistet für mich das, was sie muss. Sehr genaue Ansteuerung, Nachführung der Objekte (mit nur einem Referenzstern) und äußerst leiser Betrieb mit den Schrittmotoren. Die kinderleichte, intuitive Bedienung ist selbst mit dicksten Winterhandschuhen kein Problem.

Mit den heutigen Möglichkeiten ist über einen Bluetooth-Adapter (von Ertl-Electronics) für die FS2  auch eine Steuerung mit Tablet/Smartphone und dem Sky-Safari Programm möglich. So werden Lichtschwache Objekte oder zusätzliche Kataloge ansteuerbar, die nicht in der FS2 vorhanden sind. Die Steuerung über den Touchscreen ist gemeinsam mit der Handsteuerbox eine tolles Duo.

 

2011 nutzte ich die Gelegenheit einen gebrauchten, hervorragenden, dreilinsigen Refraktor 115/805 TMB mit LZOS Optik zu kaufen. Er ergänzt mit seinen Richfieldeigenschaften und  der knackscharfen, kontrastreichen Planetenabbildung meinen Hochbrennweitigen ACF, der im Deep-Sky-Bereich eingesetzt wird.

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Meine beiden Teleskope TMB 115/805 Nr. 083 und der 10″ (250/2500) ACF SC von Meade auf Vixen SXD – Montierung

Bisher bin ich auf gut 50 Beobachtungsabende pro Jahr gekommen, wobei mittlerweile über 200 Astrozeichnungen in meinem „Logbuch“ zu finden sind.

2014 wurde ein Projekt, das Ralf gemeinsam mit mir innerhalb von drei Jahren umgesetzt hat, Wirklichkeit: Es entstand ein 130/1200 Aspherical Doublet Apochromat (ADA) mit Luftspalt, der gerade in Sachen Mond, Doppelstern- und Planetenbeobachtung neue Eindrücke liefert. Drei ADA wurden gebaut. Sie waren Prototypen für Zweilinser (nun mit Schott-Gläsern), die eine visuelle, apochromatische Abbildung brachten. Die Geschichte dazu findet ihr  hier:

Der Traum vom perfekten visuellen Apo 

und ein direkter Vergleich mit einer Referenzoptik, dem 130er TOA von Takahashi hier:

Aspherical Doublet Apochromat trifft TOA

  Aspherical Doublet Apochromat 130/1200 Nr.003 auf Vixen SXD

Ralf gründete aus diesen Erfahrungen heraus, gemeinsam mit Optikermeister Peter Große, die Astro Optik Manufaktur . Zuletzt konnten sogar wieder Fluoritlinsen bezogen werden. So wurde eine dreilinsige, ölgefügte 135/1080 Optik mit Fluoritmitteelement ermöglicht. Die handgefertigten Optiken Made in Germany erfüllen höchste Ansprüche in Sachen Kontrast und Farbreinheit.  Mehr Öffnung bei geringerer Brennweite und hervorragende Farbkorrektur kamen dem Ursprungsgedanken unserer Idee freilich wieder näher. Dies veranlasste mich schweren Herzens den ADA zu veräußern – dieser konnte schnell in gute Hände gegeben werden. Mit dem Umstieg auf den 135mm High-End Refraktor wird „der Traum vom visuellen Apo“ nun noch intensiver weitergelebt. Am 10.07.2020 konnte ich als erster Kunde einen 135/1080 FLT bei der AOM entgegen nehmen. Die Nr. 003 verlangt der Montierung nun noch etwas mehr ab, wird aber dennoch soweit ruhig getragen, dass das Beobachten ein wahrer Genuss bleibt.

Durch Goto (Computersteuerung) und Nachführung können die sternklaren Nächte mit den verschiedenen Optiken gut genutzt werden. 10″ ACF, 8″ Dobson, 135/1080 FLT Apo und 115/805 TMB kommen in etwa gleich oft zum Einsatz.

Dass ich an allen Geräten entspannt im Sitzen beobachten kann, ist ein für mich entscheidender Punkt, denn man gewinnt dadurch sicher eine Größenklasse in der Wahrnehmung und hat darüber hinaus auf dem Schoß noch Platz für Block und Bleistift.

Astro Optik Manufaktur – FLT 135/1080 Nr.003

So verbinden sich zwei Leidenschaften:

Zeichnen und Astronomie

Meinem ersten Teleskop gönnte ich schließlich eine Rockerbox. Ein Feathertouch Auszug erstetzt nun den Orginalfokussierer. Mit dem Telrad-Finder sind schnell helle Objekte wie Mond und Planeten eingestellt. Aber auch Messier-Nebel sind kein Problem und durch die 1:10 Untersetzung kann feinfühlig scharfgestellt werden.

   

„Jedes Teleskop hat seinen Himmel“…

…nun tummeln sich im laufe der Hobbyastronomie bei den meisten Sternfreunden mehrere Geräte im Schrank. Ein klassischer 60/910 FH aus den 60ern (damals das große Kaufhausteleskop 😉 ) ergänzte 2012 durch Zufall meine Teleskopfamilie.

Apropos Familie, gemeinsam mit Freunden macht Beobachtung am meisten Freude. Dies ermöglicht einen Austausch und die Möglichkeit auch durch andere Teleskope zu sehen. Der Spaßfaktor durch Fachsimpeleien  ist nicht zu unterschätzen.

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Um sich unter Gleichgesinnten auszutauschen, seine Beobachtungen zu veröffentlichen oder Bilder und Zeichnungen zu präsentieren, trifft man sich zu Stammtischen und in unserem Forum, dem Forum Stellarum (für Hobbyastronomen in der Region Würzburg-Schweinfurt-Nürnberg).

Die Gruppe der Hobbyastronomen kennt sich weitgehend persönlich und veranstaltet jährlich Teleskoptreffen. Auch der Tag der Astronomie wird durch Aktivitäten unterstützt. Wir sind eine gute Gemeinschaft mit erfahrenen Leuten aus allen Bereichen: vom Teleskop- und Montierungsbau bis hin zu professionellen Astroaufnahmen reicht das Spektrum. Einige haben eine eigene Sternwarte oder Rolldachhütte gebaut. Gerne trifft man sich zur gemeinsamen Beobachtung. Einige richtig gute Freundschaften sind durch das gemeinsame Hobby entstanden.

 

 Veröffentlichungen…

Ab und zu verfassen wir auch Berichte und senden diese an die Presse. Gemeinsam mit Pater Christoph Gerhard unternahm ich ein visuell-fotografisches Projekt zu Kugelsternhaufen in unserer Nachbargalaxie.

 

Der Andromeda-Nebel beherbergt einige dieser uralten, kompakten Sternhaufen, die wir mit unseren astronomischen Geräten erreichen können. Neben dem historischen und wissenschaftlichen Hintergrund, den Christoph erarbeitete, steuerte ich mit meinen Zeichnungen die Möglichkeiten visuellen Praxis bei. Christophs Aufnahme von M31, aus der Klostersternwarte heraus fotografiert, wurde auf die Titelseite der Zeitschrift „Sterne und Weltraum“ gedruckt, während der Bericht mehrere Seiten umfasste. 

Der Aufnahme mit meinem Fingerzeig auf die Sterninsel nahe der Sommermilchstraße (Aufnahme Christian Mauser) wurde eine Doppelseite gewidmet. Eine Zeichnung von G1 (Mayall II) durfte ebenfalls erscheinen.

  

Meine Kometenbeobachtung von C/2020 F3 Neowise bei uns auf der Höhe, die ich ebenfalls – diesmal auch fotografisch mit Selbstauslöser – festgehalten hatte, wurde in den Fränkischen Nachrichten mit einer halben Seite gewürdigt.

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